- Checkliste für den Hauskauf
- Laufende Kosten als Hauseigentümer
- Welche Zusatzkosten gibt es bei einem Hauskauf?
- Hauskauf: Wie viel darf das Eigenheim kosten?
- Haus kaufen bei einer Zwangsversteigerung
- Der Traum vom eigenen Ferienhaus
- Ein Grundstück kaufen: Das musst du beachten
- Baurecht und Pachtvertrag
- Grundbuch: Was ist das?
- Wann brauche ich eine Immobilienschätzung?
- Haus verkaufen – was gilt es zu beachten?
- Immobilienbewertungsmethoden – eine Übersicht
- Haus bei Scheidung
- Alles zum Hausverkauf in einer Erbengemeinschaft
- Servitut, Dienstbarkeit Nutzungseinschränkung
- Hauswartsaufgaben bei Stockwerkeigentum
- Hauskauf: Beratungsgespräch bei der Bank
- Eigenmietwert berechnen und senken: So geht’s
- So funktioniert der Mietkauf in der Schweiz
- Alles rund ums Stockwerkeigentum in der Schweiz
- So berechnest du den Verkehrswert einer Liegenschaft
- Alles zum Erneuerungsfonds
- Immobilienkauf in der Schweiz: Rechte und Pflichten für Ausländer
Checkliste für den Hauskauf
Wer ein Haus kauft, muss dabei diverse Dinge beachten. Wir haben für dich eine Checkliste zusammengestellt, damit bei diesem Grossprojekt nichts vergessen geht.
1. Bedürfnisse festlegen
Bevor du weitere Abklärungen triffst, musst du dich zuerst mit zwei wichtigen Grundfragen beschäftigen: Ist der Kauf eines Eigenheims in deiner Lebenssituation überhaupt der richtige Entscheid? Und welche Anforderungen sollte dein Traumhaus erfüllen?
Der Hauskauf ist mit hohen Kosten und beträchtlichem Aufwand verbunden, wie du in diesem Artikel erfahren wirst. Anders als bei einem Mietvertrag bist du als Wohneigentümer zwar geschützt vor überraschenden Kündigungen, dafür wirst du aber deutlich mehr Aufwand mit Reparaturen und Unterhaltsarbeiten haben.
Ausserdem musst du dir überlegen, was dir bei einem Haus wirklich wichtig ist. Wie gross sollte es sein? Willst du einen Garten, eine Schule in Gehdistanz oder lieber gute ÖV-Verbindungen? Auch der Steuerfuss deiner zukünftigen Wohngemeinde und der Zustand der Immobilie können eine Rolle spielen. Ziehe alle Faktoren in Betracht und erstelle eine Prioritätenliste (der kostenlose Gemeinderatgeber ist hierbei ebenfalls sehr hilfreich).
2. Maximalen Kaufpreis und Finanzierbarkeit klären
Als erstes solltest du abklären, ob ein eigenes Haus überhaupt zu deinen finanziellen Möglichkeiten passt. Für den Erwerbspreis musst du zum Glück nicht alleine aufkommen: Typischerweise nimmt man in der Schweiz eine Hypothek auf, um sich eine Immobilie mit Hilfe von Fremdkapital kaufen zu können.
Im Normalfall musst du mindestens 20% deines neuen Hauses selber finanzieren. Für diese sogenannten Eigenmittel kommen zum Beispiel dein Erspartes, Wertschriften oder dein Vorsorge-Guthaben in Frage, wobei die Gelder aus deiner Pensionskasse maximal die Hälfte deiner Eigenmittel ausmachen dürfen.
Damit du dabei aber keine komplizierten Berechnungen durchführen musst, kannst du hier kinderleicht deinen maximal möglichen Immobilien-Kaufpreis herausfinden: Einfach die verfügbaren Eigenmittel sowie das Einkommen eingeben und schon siehst du, welcher Kaufpreis realistisch ist. Und wenn ihr zu zweit (oder mehrere Personen zusammen) eine Immobilie kaufen wollt, könnt ihr natürlich eure Eigenmittel wie auch eure Einkommen addieren.
Bis zu 67% einer Immobilie kannst du mit der 1. Hypothek finanzieren und weitere 13% mit der 2. Hypothek. Dabei leiht dir die Bank Geld und nimmt dafür dein neues Haus als Sicherheit. Anschliessend zahlst du jedes Jahr einen gewissen Betrag als Zinsen für diese Kreditschuld und amortisierst die 2. Hypothek innerhalb von 15 Jahren.
Ob dir die Bank eine Hypothek gewährt, hängt von der Tragbarkeitsrechnung ab. Dabei wird überprüft, ob du für eine so grosse Investition finanziell genügend gut genug aufgestellt bist. Es gibt bedeutende Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern – nicht nur beim Zins, sondern auch bei den Hypothekarmodellen.
Beachte ausserdem, dass beim Hauskauf diverse Zusatzkosten anfallen. Auch diese sollten im Budget eingerechnet werden. Und damit nicht genug: Du zahlst zwar keine Miete, dafür fallen andere regelmässige Ausgaben an. Dazu zählen Neben- und Unterhaltskosten sowie Rückstellungen für grössere Renovationen.
3. Immobiliensuche
Wenn du deine Bedürfnisse und die Finanzierung geklärt hast, kannst du mit der Suche nach dem richtigen Haus beginnen. Mit unserer ImmoScout24 App kannst du auch jederzeit von unterwegs nach geeigneten Wohnobjekten suchen.
4. Hausbesichtigung
Wenn du dich für ein Haus interessierst, kannst du für eine Besichtigung vorbeigehen. Das ist wichtig, denn ein Haus wirkt in der Realität immer anders als auf Fotos. Prüfe bei der Besichtigung unbedingt, in welchem Zustand sich das Haus befindet, ob es genügend Platz bietet und dir die Umgebung gefällt.
Frage die aktuellen Besitzer auch nach dem Verkaufsgrund. Du darfst dabei sehr kritisch sein und gegebenenfalls die Pläne und den Grundbuchauszug verlangen. Ein kurzes Treffen mit den Nachbarn kann sich ebenfalls lohnen, damit du merkst, ob die Chemie zwischen euch stimmt. Idealerweise besichtigst das Haus gleich mehrere Male, um das Objekt bei verschiedenen Lichtverhältnissen zu sehen.
5. Kaufpreis prüfen lassen
Vor einer so grossen Investition solltest du unbedingt überprüfen, ob der Kaufpreis überhaupt gerechtfertigt ist. Dafür kannst du den Marktwert von Profis abschätzen lassen. Entscheidend sind neben dem Zustand der Immobilie auch die Wohnlage und die aktuelle Marktsituation.
6. Kaufvertrag überarbeiten und notariell beglaubigen
Jetzt bist du schon fast am Ziel: Es geht nicht mehr lange, bis du die Umzugskisten packen und in dein neues Zuhause ziehen kannst! Vorher muss aber der vom Notariat aufgesetzte Vertragsentwurf nochmals genau geprüft werden. Sind alle mit den Details einverstanden? Und hat man auch sicher nichts vergessen?
Du solltest besonders darauf achten, dass der Zustand der Liegenschaft ausführlich dargelegt wird und auch die Kostenübernahme klar geregelt ist. Je mehr Details im Vertrag erwähnt sind, desto weniger Unklarheiten wird es im Nachhinein geben. Sobald sich alle Parteien einig sind, kann der Kaufvertrag beim Notariat unterschrieben werden.
7. Gebühren und Steuern berücksichtigen
Beim Hauskauf fallen diverse einmalige Kosten an. Dazu zählen zum Beispiel die Handänderungssteuer und die Grundbuchgebühr, aber auch die Notariatskosten. Je nachdem werden auch Zahlungen an die Makleragentur fällig. Diese Ausgaben solltest du schon bei der Budgetplanung und beim Kaufvertrag berücksichtigen, aber sie werden erst beim Vertragsabschluss fällig.
8. Grundbucheintrag
Im Grundbuch sind einerseits die genauen Grundstücksgrenzen, Gebäude und Strassen vermerkt; ausserdem findet man dort auch alle Angaben zum Grundpfandrecht und der Dienstbarkeit. Sobald der Handwechsel ins Grundbuch eingetragen ist, wird dein Hauskauf offiziell.
Herzliche Gratulation, die Liegenschaft gehört nun dir! In den meisten Fällen wird deine Bank nun automatisch die Zahlung an die Verkaufspartei auslösen. Damit ist der Hauskauf abgeschlossen und du kannst mit der Umzugsplanung beginnen.