Welche Versicherungen brauche ich in der Schweiz?
Welche Versicherungen sind in der Schweiz Pflicht, welche sinnvoll und welche optional? Wir geben dir eine kompakte Orientierung – und mit dem integrierten Online-Versicherungs-Check kannst du zudem in wenigen Klicks deinen persönlichen Versicherungsbedarf prüfen und erhältst sofort eine individuelle Übersicht.
Welche Versicherungen sind in der Schweiz obligatorisch?
Schweizweit sind nur die Krankenversicherung und die Unfallversicherung obligatorisch. In den Kantonen Freiburg, Jura, Nidwalden und Waadt ist zudem der Abschluss einer Hausratversicherung Pflicht. Obwohl die Privathaftpflichtversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, wird sie von den meisten Hausverwaltungen verlangt, wenn du einen Mietvertrag abschliessen willst.
Wer ein Motorfahrzeug einlösen will, braucht in der ganzen Schweiz zwingend eine Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden ist meistens eine Gebäudeversicherung obligatorisch (mit Ausnahme der Kantone Genf, Wallis und Tessin). Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist die Gebäudeversicherung nur im Bezirk 'Oberegg' gesetzlich vorgeschrieben.
Welche Versicherungen sind in der Schweiz empfohlen?
In der Schweiz gibt es mehrere Versicherungen, die zwar nicht obligatorisch sind, aber dringend empfohlen werden. An erster Stelle steht die Privathaftpflichtversicherung. Sie übernimmt Schäden, die du versehentlich anderen zufügst (etwa an fremdem Eigentum oder bei Personen) und schützt dich vor hohen finanziellen Forderungen.
Ebenfalls sinnvoll ist die Hausratversicherung. Sie deckt Schäden an deinem Inventar, zum Beispiel bei Feuer, Wasserschäden oder Einbruch. Auch eine Rechtsschutzversicherung ist in vielen Fällen sinnvoll: Mit ihr erhältst du bei juristischen Streitigkeiten anwaltschaftliche Unterstützung.
Weitere Versicherungen (bzw. Zusätze) sind je nach Lebenslage eine Überlegung wert. Damit du aber nicht stundenlang das Internet durchforsten musst, kannst du unser kostenloses Versicherungstool nutzen, um deinen persönlichen Versicherungsbedarf zu checken:
Online-Tool für deinen Versicherungs-Check
Unser interaktiver Versicherungs-Check führt dich Schritt für Schritt durch kurze Fragen zu deiner Lebenssituation. Danach erhältst du eine personalisierte Übersicht und weisst sofort, welche Versicherungen für dich gesetzlich vorgeschrieben sind, welche sehr empfehlenswert und welche du optional prüfen kannst.
Krankenversicherung
Die Höhe der Versicherungsprämie für die Krankenversicherung hängt von deinem Wohnort, dem gewählten Versicherungsmodell und der Franchise ab. Am einfachsten vergleichst du die Preise online bei unserem Partner FinanceScout24.
Wichtig: Nicht-Erwerbstätige Menschen, wie Kinder, Studierende, Hausmänner, Hausfrauen, Rentner und Rentnerinnen sowie Erwerbstätige, die weniger als acht Stunden pro Woche arbeiten, müssen in die Krankenversicherung auch die Unfalldeckung aufnehmen.
FAQ zur Krankenversicherung
Mit der Franchise ist der Betrag gemeint, den du pro Jahr selbst bezahlst, bevor die Krankenversicherung deine Gesundheitskosten übernimmt. Es gilt: je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie.
Als Versicherungsmodell kannst du zwischen freier Arztwahl und Sparmodellen wie dem Telmed-Modell wählen. Mit den Sparmodellen kannst du bis zu 25 Prozent sparen im Vergleich zur freien Arztwahl. Beachte jedoch, dass die Sparmodelle nicht an jedem Wohnort verfügbar sind und nur eine eingeschränkt freie Arztwahl bieten.
Bei den Sparmodellen musst du dich bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst an eine Anlaufstelle bei der Versicherung, an deine Hausarztpraxis oder eine HMO-Praxis wenden (sogenanntes 'Gatekeeper-Prinzip'). Diese koordiniert den Ablauf deiner Behandlung und überweist dich bei Bedarf weiter.
Wenn du dich neu in der Schweiz niederlässt, musst du innerhalb von drei Monaten nach deiner Anmeldung bei der Gemeinde für jede Person einzeln eine obligatorische Krankenpflegeversicherung abschliessen. Es müssen auch Kinder und Neugeborene versichert werden, da es in der Schweiz keine 'Familienversicherung' gibt.
Der Versicherungsschutz gilt rückwirkend ab dem Tag deiner Anmeldung. Da die Versicherungsprämie in der Regel mehrere hundert Franken pro Monat beträgt, lohnt es sich, den Abschluss der Versicherung frühzeitig zu erledigen.
Das ist abhängig von deinen Bedürfnissen. Da sich die einzelnen Angebote der verschiedenen Versicherungen stark unterscheiden, solltest du dich individuell beraten lassen. Im Folgenden sind nur die wichtigsten Zusätze in ihren Grundzügen aufgeführt.
Tipp: Im Gegensatz zur Grundversicherung dürfen Krankenkassen dich bei Zusatzversicherungen aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen. Schliesse diese also ab, solange du gesund bist.
- Ambulante Zusatzversicherung (Krankenpflegezusatzversicherung): Dies ist das meistgewählte Paket, da es viele kleine Kosten übernimmt, die sich summieren. Dazu gehören insbesondere Sehhilfen, Prävention und Fitness sowie Notfalltransporte.
- Komplementärmedizin: Dieser Zusatz lohnt sich, wenn du komplementäre Heilmethoden wie Akupunktur, Osteopathie oder Homöopathie nutzen möchtest, die nicht im Leistungskatalog der Grundversicherung enthalten sind.
- Zahnversicherung: Die Zahnversicherung ist bei Kindern empfehlenswert wegen der teuren Zahnstellungskorrekturen. Für Erwachsene lohnt sich diese Zusatzversicherung wegen der hohen Kosten in der Regel nicht.
- Spitalzusatzversicherung: Spitalzusätze bieten mehr Komfort und sichern die freie Arztwahl im In- und Ausland. Sie sind insbesondere für Pendlerinnen sinnvoll, die zwischen mehreren Kantonen hin und her pendeln, sowie für Personen, die Spezialkliniken bevorzugen.
- Auslandschutz: Für Vielreisende lohnen sich Zusätze für Reise- und Ferienversicherungen, da die Grundversicherung im Ausland nur das Doppelte der Schweizer Kosten deckt. Das reicht insbesondere in den USA und Kanada oft nicht aus.
Privathaftpflichtversicherung
Wenn du keine Privathaftpflichtversicherung hast und einer anderen Person versehentlich einen Schaden zufügst, haftest du mit deinem gesamten aktuellen und zukünftigen Vermögen. Mit anderen Worten: Schäden bei Dritten können dich finanziell ruinieren. Deshalb ist die Privathaftpflichtversicherung eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, obwohl sie in der Schweiz nicht obligatorisch ist.
Empfohlen ist eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Franken und achte auch darauf, dass auch Obhutsschäden gedeckt sind. Das sind Schäden an Gegenständen, die du ausgeliehen, gemietet oder geleast hast. Die Police sollte zudem einen Grobfahrlässigkeitsschutz enthalten: Wenn der Schaden infolge einer groben Sorgfaltspflichtverletzung entstanden ist, kann die Versicherung ohne den Grobfahrlässigkeitsschutz einen Teil der Schadenssumme von dir zurückfordern.
Tipp: Wähle den niedrigsten Selbstbehalt. Ein hoher Selbstbehalt lohnt sich in der Regel nicht im Vergleich zu den Mehrkosten im Schadenfall.
FAQ zur Privathaftpflichtversicherung
Eine Fremdlenkerversicherung ist sinnvoll, wenn du gelegentlich Motorfahrzeuge von Freunden oder Bekannten ausleihst, die eine Vollkaskoversicherung haben. Falls du versehentlich einen Schaden am Fahrzeug verursachst, kommt die Fremdlenkerversicherung für den Selbstbehalt sowie für schadensbedingte Prämienerhöhungen bei der Versicherung des Fahrzeugs auf (sogenannte 'Bonusverluste').
Da die Fremdlenkerversicherung nur für den Selbstbehalt und die Mehrkosten bei der Versicherung des beschädigten Fahrzeugs aufkommt, sind nur die Schäden gedeckt, die durch eben diese Versicherung gedeckt sind. Mit anderen Worten: Wenn das beschädigte Fahrzeug keine Vollkaskoversicherung hat, sind Beulen und Kratzer nicht gedeckt. So kommt in der Regel nur die Vollkasko für selbst verursachte Beulen und Kratzer am eigenen Fahrzeug auf.
Wichtig: Die Fremdlenkerversicherung gilt in der Regel nicht für Fahrzeuge von Personen, die mit dir im selben Haushalt leben. Ausserdem sind Fahrzeuge, die auf Unternehmen eingelöst sind, meistens vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dazu gehören auch Fahrzeuge von Carsharing-Anbietern wie Mobility. Wenn also zum Beispiel deine Kollegin ihr Auto über ihre Firma geleast hat, kommt deine Fremdlenkerversicherung in der Regel nicht für den Schaden auf.
Schnelle E-Bikes bis 45 Kilometer pro Stunde benötigen eine eigene gelbe Nummer und eine eigene Fahrzeug-Haftpflichtversicherung. Langsame E-Bikes und E-Scooter bis 25 Kilometer pro Stunde können meistens über die Privathaftpflichtversicherung versichert werden.
Vergewissere dich, dass deine Privathaftpflichtversicherung auch wirklich für E-Bike- oder E-Scooter-Schäden bei Dritten aufkommt. Stelle zudem sicher, dass in deiner Police ein Grobfahrlässigkeitsschutz drin ist. Über den Zusatz 'einfacher Diebstahl auswärts' in der Hausratversicherung kannst du E-Bikes und E-Scooter mit einer Geschwindigkeit bis maximal 25 Kilometer pro Stunde auch gegen Diebstahl versichern.
In einigen Kantonen ist eine Haftpflichtversicherung für Hunde obligatorisch. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Wohnort. Unabhängig davon ist eine Privathaftpflicht mit Hunde-Deckung dringend empfohlen – denn als Halter haftest du für Schäden, die dein Hund verursacht.
Nicht durch die Privathaftpflichtversicherung gedeckt sind Schäden, die du bei Personen verursachst, die mit dir im gleichen Haushalt leben oder Schäden bei deiner Arbeitgeberin. Darüber hinaus deckt die Privathaftpflichtversicherung in der Regel nur plötzlich eintretende Schäden. Allmählich eingetretene Schäden sind nicht gedeckt.
Dazu ein paar Beispiele: Wenn die Parfümflasche ins Lavabo fällt und einen Sprung verursacht, ist der Schaden bei einer Mietwohnung gedeckt. Hinterlässt die Zimmerpflanze hingegen einen schwarzen Ring auf dem Parkett, ist der Schaden nicht gedeckt, da er erst allmählich entstanden ist und sich hätte verhindern lassen.
Bei Mieterschäden gilt ausserdem meistens ein Selbstbehalt pro Schadensereignis oder pro Zimmer: Wenn du beim Auszug aus deiner Mietwohnung zum Beispiel in drei Zimmern einen oder mehrere gedeckte Mieterschäden hast, musst du in der Regel dreimal den Selbstbehalt bezahlen. Zerkratzt die Katze über einen längeren Zeitraum den Türrahmen, ist der Schaden in der Regel nicht gedeckt. Wirft die Katze eine Vase runter, die einen Hick im Parkett hinterlässt, ist der Schaden gedeckt.
Hausratversicherung
Eine Hausratversicherung versichert den Neuwert aller Gegenstände in deinem Zuhause gegen Schäden durch Feuer, Wasser, Elementarereignissen sowie (Einbruch-)Diebstahl und Raub. In den Kantonen Waadt, Freiburg, Nidwalden und Jura ist der Abschluss einer Feuerversicherung für den Hausrat sogar gesetzlich vorgeschrieben. Wenn du zum Beispiel infolge eines Wohnungsbrandes einen Totalschaden erleidest, erstattet dir die Versicherung die komplette Wohnungseinrichtung zum Neuwert, sofern du die Versicherungssumme hoch genug festgelegt hast.
Beim Abschluss einer Hausratversicherung in der Schweiz ist die korrekte Versicherungssumme deshalb entscheidend, da bei einer Unterversicherung im Schadenfall hohe Abzüge drohen. Achte darauf, den Zusatz 'Einfacher Diebstahl auswärts' einzuschliessen, damit dein Smartphone oder Velo auch ausserhalb der Wohnung versichert ist. Da Diebstahl auswärts das häufigste Schadensereignis bei der Hausratversicherung ist, lohnt es sich, einen niedrigen Selbstbehalt festzulegen.
Eine weitere Überlegung ist der Grobfahrlässigkeitsschutz, damit die Versicherung bei grobfahrlässig verursachten Schäden nicht einen Teil der Schadenssumme von dir zurückfordern kann. Prüfe zudem, ob wertvolle Einzelobjekte wie teurer Schmuck oder Kunstwerke zusätzlich versichert werden müssen. Ausserdem kann die Zusatzdeckung für Glasbruch sinnvoll sein, wenn du teuer Glasmöbel besitzt (wie Tische, Vitrinen oder Wandspiegel).
Tipp: In der Regel lohnt es sich nicht, für einzelne Zusatzversicherungen, zum Beispiel für das Handy, für die Sportausrüstung (Ski, Snowboard, Golf etc.), für Wertsachen oder für eine Kunstsammlung eine andere Anbieterin zu wählen. Schliesse solche Zusatzversicherungen besser direkt bei deiner Hausratversicherung ab. Das ist in der Regel günstiger und bietet einen umfassenderen Schutz.
FAQ zur Hausratversicherung
Wenn zum Zeitpunkt des Schadens insgesamt nur 80% deines Besitzes versichert sind, muss die Versicherung auch nur für 80% des Schadens aufkommen, da 20% deines Besitzes ja nicht versichert waren. Es lohnt sich deshalb, die Höhe der Versicherungssumme regelmässig anzupassen.
Ein Beispiel: Eine Person bricht in deine Wohnung ein und stiehlt Schmuck und Wertsachen im Wert von 10'000 Franken. Während der Schadenabwicklung stellt sich heraus, dass dein Hausrat einen Gesamtwert von 60'000 Franken hat. In deiner Police war jedoch nur ein Betrag von 30'000 Franken versichert. Aufgrund der Unterversicherung von 50% übernimmt die Hausratversicherung nur 5'000 Franken des Schadens von 10'000 Franken.
Mit der Hausrat-Kaskoversicherung sind deine Gegenstände, wie Elektrogeräte oder deine Sportausrüstung, auch gegen selbstverschuldete, versehentliche Beschädigung versichert. Wenn du zum Beispiel versehentlich einen Kaffee über deinen Laptop schüttest oder dir bei einem Sturz ein Ski bricht, kommt die Hausrat-Kaskoversicherung für den Schaden auf. Da die Versicherungsprämie hoch ist, lohnt sich die Hausrat-Kaskoversicherung in der Regel nicht.
Eine Tierkrankenversicherung lohnt sich vor allem bei Hunden und Katzen, da chirurgische Eingriffe oder chronische Krankheiten hier schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen können. Bei Hunden ist zudem in den meisten Kantonen eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben (siehe Abschnitt zur Privathaftpflichtversicherung). Für Pferde ist insbesondere eine OP-Versicherung empfehlenswert, da die Klinikkosten bei Notfällen, wie etwa Bauchkrämpfen, in der Regel hoch sind.
Für kleinere Haustiere, wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen, lohnt sich eine Haustierversicherung in der Regel nicht: Die Prämien sind im Vergleich zu Hunden oder Katzen nicht viel günstiger, wobei häufige Verschleisserkrankungen, wie Zahnprobleme, vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.
Während Unfälle meist sofort gedeckt sind, gilt bei Erkrankungen in der Regel eine Wartefrist von mindestens einem Monat. Versichere dein Haustier deshalb am besten so früh wie möglich. In der Regel ist dies bereits ab einem Alter von drei Monaten möglich. Achte auf die Höhe der Franchise und des Selbstbehalts. Die Franchise ist der Betrag, den du pro Jahr selbst bezahlen musst, wenn dein Tier krank wird oder einen Unfall hat. Den Selbstbehalt musst du dagegen bei jedem Schadensfall bezahlen.
Vergewissere dich, dass der Tarif Notdienst-Gebühren und bildgebende Verfahren wie CT oder MRT abdeckt. Diese verursachen oft die höchsten Kosten. Prüfe zudem, ob rassenspezifische Erkrankungen ausgeschlossen sind.
Motorfahrzeugversicherung
Bei Abschluss einer Motorfahrzeugversicherung solltest du neben der Höhe der Versicherungsprämie auch die Höhe der Kosten beachten, die du im Schadenfall selbst bezahlen musst. Um Überraschungen zu vermeiden, solltest du in jedem Fall einen Bonus- und einen Grobfahrlässigkeitsschutz abschliessen. Weitere Infos dazu findest bei unserem Partner FinanceScout24.
Zusätzlich zur obligatorischen Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung wird in den ersten fünf Betriebsjahren eine Vollkaskoversicherung und ab dem sechsten Betriebsjahr eine Teilkaskoversicherung empfohlen. Achte ausserdem darauf, dass du eine Pannenhilfe ohne Selbstbehalt hast.
FAQ zur Motorhaftpflichtversicherung
Der Bonusschutz verhindert, dass deine Versicherungsprämie nach einem selbst verursachten Schaden für mehrere Jahre ansteigt. Der Grobfahrlässigkeitsschutz verhindert in den meisten Fällen, dass die Versicherung im Falle von grobfahrlässig verursachten Schäden einen Teil der Schadenssumme von dir zurückfordern kann.
Solche Regressforderungen können bei schweren Unfällen mehrere zehntausend Franken betragen. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung des Bundes sind bei etwa jedem dritten schweren Verkehrsunfall Unaufmerksamkeit oder Ablenkung mitverantwortlich.
Die Vollkaskoversicherung deckt selbst verursachte Schäden an deinem Fahrzeug, wie beispielsweise Beulen und Kratzer. Die Teilkaskoversicherung ist in jeder Vollkaskoversicherung enthalten und kommt für nicht selbst verursachte Schäden auf, zum Beispiel durch Feuer, Elementarereignisse (Hagel, Sturm, Überschwemmungen etc.), Nagetiere, Wildunfälle, Glasbruch oder Diebstahl.
In den ersten Betriebsjahren lohnt es sich, auch selbst verursachte Schäden wie Beulen und Kratzer zu versichern, da diese den Wert deines Fahrzeugs erheblich vermindern können. Wichtig: Wenn du nur die obligatorische Fahrzeug-Haftpflichtversicherung abschliesst, ist dein Fahrzeug nicht versichert gegen Schäden, die du selbst verursachst oder die durch Umwelteinflüsse oder Diebstahl entstehen.
Rechtsschutzversicherung
Rechtliche Konflikte werden insbesondere in den Bereichen Miet- und Arbeitsrecht immer häufiger. Entsprechend ist eine Privatrechtsschutzversicherung grundsätzlich für alle Mieterinnen und Mieter sowie für alle Erwerbstätigen sinnvoll.
Beachte bei Abschluss einer Rechtsschutzversicherung, dass die Kostenübernahme bei gedeckten Rechtsfällen in der Regel erst nach einer Wartefrist von drei Monaten gilt. Damit auch kleinere Forderungen gedeckt sind, wie zum Beispiel bei Streitigkeiten wer für Unterhaltsarbeiten an einer Wohnung aufkommen muss, solltest du eine Privatrechtsschutzversicherung ohne Mindeststreitwert wählen.
Stelle ausserdem sicher, dass du bei der Wahl deiner Anwältin oder deines Anwalts mitbestimmen kannst. Darüber hinaus sollte klar geregelt sein, was gilt, wenn du einen Rechtsstreit mit einer Person hast, die bei derselben Rechtsschutzversicherung versichert ist. Mindestens in dem Fall sollst du Anrecht auf eine versicherungsexterne rechtliche Vertretung haben.
FAQ zur Rechtsschutzversicherung
Wenn du häufig im Strassenverkehr unterwegs bist, kann eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sinnvoll sein. Der Verkehrsrechtsschutz hilft dir bei rechtlichen Streitigkeiten rund um Umfälle und andere Ereignisse im Strassenverkehr. Bei manchen Anbieterinnen ist der Verkehrsrechtsschutz bereits in der Fahrzeugversicherung enthalten.
Für Halterinnen und Halter von Leasingfahrzeugen oder Occasionen kann sich eine Fahrzeug-Vertragsrechtsschutz-Versicherung lohnen. Sie hilft dir beispielsweise bei Mängeln beim Fahrzeugkauf, bei Streitigkeiten mit der Garage, bei Problemen mit Leasingverträgen oder mit deiner Fahrzeugversicherung.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer von nicht selbstgenutzten Immobilien kann ein Immobilienrechtsschutz mit integriertem Rechtsschutz für Vermieter und Verpächter sinnvoll sein. In keinem anderen Rechtsgebiet kommt es in der Schweiz so häufig zu Streitigkeiten wie im Mietrecht. Zudem ist die Mieterschaft rechtlich meistens gut abgesichert.
Gebäudeversicherung
In den meisten Kantonen ausser Genf, Tessin, Wallis und Appenzell Innerrhoden (exkl. Bezirk 'Oberegg') ist die Gebäudeversicherung gegen Feuer und Elementarereignisse gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherung eines Gebäudes ist aber in jedem Fall sinnvoll, zumal die Prämien meist gering sind und die Versicherung im Falle eines Totalschadens deine wirtschaftliche Existenz gewährleistet.
Wichtig: Die kantonalen Gebäudeversicherungen decken in der Regel nur Schäden am Gebäude, die durch Feuer, Rauch oder Elementarereignisse entstehen. Nicht gedeckt sind meistens Wasserschäden durch defekte Leitungen oder Rückstau der Kanalisation, Glasbruch am Gebäude (zum Beispiel am Wintergarten), Schäden bei Dritten (zum Beispiel durch einen heruntergefallenen Ziegel) sowie Schäden durch Erdbeben. Solche Schäden können über eine private Versicherung zusätzlich versichert werden.